Einsatzmöglichkeiten für den Raspberry Pi

Die ursprüngliche Intention des Raspberry Pis war es, Schülern und Studenten möglichst kostengünstig Zugang zu einem „PC“ zu verschaffen, an dem sie das Programmieren lernen können. Mit einem Preis von 35 Dollar für das Topmodell, kann man diese Ziel als erreicht ansehen.

Durch den niedrigen Preis und die attraktive Hardware  hat sich eine großes Fancommunity rund um den Raspberry Pi gebildet, wodurch eine Vielzahl an neuen Einsatzmöglichkeiten entstehen. Als Gedankenanstoß seinen hier mal einige  Möglichkeiten genannt, wie der Raspberry Pi eingesetzt werden könnte.

Desktop PC

Mit Hilfe einer USB Maus & Tastatur sowie eines HDMI-fähigen Monitors lässt sich der Raspberry Pi hervorragend für einfache Desktopaufgaben nutzen. So kann man in z.B. als Surfstation fürs Wohnzimmer oder ähnliches nutzen. Bei anspruchsvolleren Aufgaben dürfte das Board jedoch schnell an seine Grenzen kommen, denn die maximal 256 MByte RAM  dürfte recht bald ausgeschöpft sein.

Homeserver

Auch wenn der Raspberry Pi über keine SATA Ports verfügt, kann er trotzdem als kleiner Homeserver genutzt werden. Mit einem Verbrauch von nicht einmal 5 Watt ist er für eine solche Aufgabe geradezu prädestiniert. Den fehlenden Speicher kann man per USB nachrüsten*. Eine Übertragungsrate von 20-30 MByte/s ist zwar nicht Highspeed, für die meisten Heimanwendungen jedoch mehr als ausreichend. Und günstiger und flexibler als jedes NAS ist diese Lösung auch. Auch Aufgaben als Downloadserver oder als kleiner, lokaler Webserver kann der Raspberry Pi problemlos übernehmen.

Dropbox Alternative

Alle Cloud-Fanatiker können ihren Homeserver dann auch noch um ihre ganz persönliche Cloud erweitern – und das ganze ohne lästige Datenschutzprobleme. Dies lässt sich mit Hilfe von OwnCloud realisieren, Grundlage hierfür ist ein einfacher Webserver. Wer seine lokale Cloud auch von extern Nutzen möchte, sollte jedoch auf eine schnelle Anbindung achten, denn mit einem DSL 2.000 Anschluss ist der Spaß hier schnell vorbei.

Firewall / Router / Proxy / …

Die Idee, aus den Raspberry Pi eine Firewall, einen Router oder einen Proxy zu machen scheitert eigentlich schon daran, dass das Board lediglich über einen Netzwerkanschluss verfügt. Sollten sich jedoch pfiffige Bastler finden, die einen Treiber für eine USB-Netzwerkschnittstelle* portieren, so könnte das ganze vielleicht doch noch etwas werden. Eine Firewalllösung für ARM Plattformen würde in jedem Fall schon einmal zur Verfügung stehen.

Musik Streaming Client

Ein weiterer möglicher Einsatzzweck des Raspberry Pis könnte ein Musik Streaming Client sein. Ergänzt um eine USB-WLAN-Stick wäre das Board sogar noch recht mobil. Die Steuerung könnte über das Smartphone erfolgen.

 Media Center / HTPC 

Trotz seines günstigen Preises ist es möglich, mit dem Raspberry Pi Full HD Videos (H.264) abzuspielen. Einem Einsatz als Media Center steht als nichts mehr im Wege. Auch die Verbindung zum TV ist Dank HDMI-Anschluss kein Problem. Außerdem dürfen wir uns über eine Portierung des bekannten Media Centers XBMC auf den Raspberry Pi freuen. Mehr zum Thema gibt es unter dem Stichwort Raspbmc.

 

Weitere Einsatzmöglichkeiten dürfen gerne in den Kommentaren vermerkt werden. Sie werden dann im Artikel entsprechend ergänzt.

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Raspbmc: XBMC für den Raspberry Pi

Für den Raspberry Pi gibt es bereits vor Veröffentlichung eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten. Eine davon ist es, den Raspberry Pi als Media Center einzusetzen. Dank HDMI Ausgang und der Möglichkeit 1080p (Full HD) Inhalte wiederzugeben, ist er für diese Aufgabe wie geschaffen. Aller bisher vorhandenen Lösungen sind deutlich teurer als die 35$, die der Raspberry Pi kosten wird.

Vor geraumer Zeit wurde angekündigt, dass eine Distribution für den Raspberry Pi geplant ist, auf der das Media Center XBMC laufen wird. Die Portierung von XBMC auf die ARM Plattform übernimmt Sam Nazarko, der Infos rund um das Projekt unter www.raspbmc.com veröffentlicht / dokumentiert.

Etwas schade ist, dass Raspbmc keine offzielle Portierung des offiziellen XBMC-Teams ist. Es bleibt also abzuwarten in wieweit das Projekt auch vollständig realisiert wird. Hier das Statement des XBMC Teams:

Thanks for the enthusiasm regarding XBMC on the pi! Though, please be
aware the XBMC team is not involved with Raspbmc (it came as news to
most of us). Obviously we appreciate the help and wish them the best,
but we don’t want anyone to be confused about who’s doing what. The
XBMC team works on the application, then projects like OpenElec,
CrystalBuntu, Raspbmc package them up into various distributions. It’s
all one big happy ecosystem, but different groups of devs can
obviously only support certain things.

Would appreciate if you could change the first sentence and title to
clarify that XBMC team will be working to improve the experience on
the rPi, and that various distros like raspbmc will give you choices
for how to deploy it, but we’re not the same organizations.

Aktuell ist die Projektseite raspbmc.com übrigens down. Wollen wir hoffen, dass dies kein schlechtes Zeichen für das Projekt ist und Sam momentan lediglich mit Serverproblemen zu kämpfen hat.

Zum Originalartikel gehts hier