Interview mit Pete Lomas

Vor einigen Wochen interviewte Liz Pete Lomas bei einem Abendessen. Pete Lomas ist der Trustee der Raspberry Pi Foundation und war maßgeblich für das Hardwaredesign des Boards verantwortlich. Im Interview beantwortet Pete ein paar Fragen, die mal mehr und mal weniger mit dem Raspberry Pi zu tun haben.

Warum tauchen immer dann Vögel auf, wenn du in der Nähe bist?
Weil ich Vogelfutter in meinen Taschen haben – warum auch sonst?

Wird es ein RAM Upgrade für den Raspberry Pi geben? Wie sieht es mit einer Entwicklung in Richtung Multiprozessorboards aus?
Wir prüfen derzeit die Möglichkeit eines Modells B+ mit zusätzlichem Arbeitsspeicher. Allerdings sieht das ganze nicht sehr vielversprechend aus, da es recht teuer ist. Außerdem gibt es derzeit noch kein Grund für ein RAM-Upgrade.

Warum hat der Raspberry Pi Probleme mit verschiedenen SD-Karten? SD SDHC ist doch ein Standard! [Anm. Liz: Dabei geht es vor allem um das Problem mit Class 19 SD Karten]
Je nach Größe des Chips und Fertigungsart der SD Karte scheint der BCM2835 auf dem Raspberry Pi Probleme mit verschieden SD Karten zu haben. Bei Tests haben wir festgestellt, dass der Raspberry Pi je nach Herstellungsjahr mit der selben SD Karte einmal klarkommt und einmal Probleme macht. Die Probleme traten dabei immer bei den aktuelleren Karten auf. Deshalb werden wir versuchen, eine detaillierte Liste über funktionstüchtige SD Karten zu veröffentlichen.

Bist du über die große Nachfrage überrascht oder war das für dich klar, da du ein “richtig cooles Produkt” gemacht hast, welches jeder haben will?
Ich bin schwer beeindruckt. Eigentlich war der Raspberry Pi lediglich für Schulen gedacht, um die dort vorhandene Lücke zu füllen. Wie auch immer… mein 9 jähriger Sohn jedenfalls findet den Raspberry Pi ganz cool!

Wie wird man “awesome”?
(Keine Ahnung ob ich die Frage richtig verstehe…) Ich würde sagen: gib immer dein Bestes – shit happens –  bleib konzentriert und du wirst es (vielleicht) schaffen!

Warum hat der RPi keinen Soundinput? (Man hätte wie z.B. auch an Smartphones die Audiobuchse einfach mit 4 Kontakten versehen können.)
Das Board verfügt über kein ADU, das Feature hätte also die Kosten weiter in die Höhe getrieben. Wer das wünscht, kann es allerdings einfach mit Hilfe von GPIO realisieren.

Wurde über Bluetooth für den RPi nachgedacht?
Ja, allerdings hatte auch das unser Budget gesprengt. Bluetooth via USB ist da einfach die bessere Lösung!

Das Board hat keine Löcher für ein Gehäuse. Warum wurde nicht eine microSD und eine gemeinsame Composite / Stereo Buchse verwendet?
Die Löcher hätten Platz auf der Platine verschwendet – wir haben einfach keinen sinnvollen Platz für die Löcher gefunden!

Würdest du jetzt, nachdem der Raspberry Pi fertig ist, irgendetwas anderst machen? Was war das größte “Opfer”, dass du gebracht hast?
Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die ich anders machen würde, gerade beim Design, die bereits angesprochenen fehlende Löcher, … Alles in allem bin ich aber zufriede – es funktioniert alles! Das größte Opfer… nüchtern zu bleiben um das Layout zu machen ;-) … nein im Ernst: wenn wir die Ziele, die wir uns gesetzt haben, erreichen, war es den Aufwand mehr als wert! Vielen Dank für eure Unterstützung!

Zum Originalinterview von Pete und Liz

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